Posts Tagged ‘Reisen’
Sizilien: Das verwunschene Schloss der 6.000 Steinskulpturen
21. April 2010 • Reisen
Tags: Italien, Kunst, Museum, Reisen, Sizilien
Filippo Bentivegna wurde Zeit seines Lebens von seinen Nachbarn als Spinner gemieden. Erst nach seinem Tod wurde er berühmt: Die gut sechstausend Skulpturen, die er auf seinem Olivenhain nahe der sizilianischen Stadt Sciacca geschaffen hat, wurden nachträglich zur Kunst erklärt, das Feld wurde zum Museum.
Bentivegnas künstlerische Arbeit begleitet eine tragische Lebensgeschichte: Anfang des 20. Jahrhunderts verließ er Sizilien und emigrierte in die USA. Dort verliebte er sich Hals über Kopf in eine Amerikanerin, verlor seine Liebe aber nach kurzer Zeit an einen Rivalen. Nachdem er von dem Nebenbuhler brutal zusammengeschlagen wurde, brach eine psychische Erkrankung aus. Seine Persönlichkeit scheint sich nach diesem Ereignis stark geändert zu haben. Bald darauf kehrt er mit dem Geld, das er in Amerika verdient hat, in seine Geburtsstadt zurück und kauft sich ein kleines Feld, mit wunderschönem Meerblick. Das Feld, das bald darauf das “Castello Incantato” werden soll – das “verwunschene Schloss”.
Spanien: Madrid 2.0
14. April 2009 • Fotografie, Reisen
Tags: Fotos, Madrid, Ostern, Reisen, Spanien, Star Wars
Madrid zur Osterzeit. Hier ein paar Fotos. Zwar keine Prozessionen, dafür aber Star Wars…
Balkan: Bosnische Wahrzeichen
13. Juni 2008 • Reisen
Tags: Balkan, Bosnien, Reisen
Wer regelmäßig mit dem Auto in das Nachkriegsland Bosnien reist, erlebt die Fahrt wie eine Zeitrafferaufnahme. Dort wo sich beispielsweise im einen Jahr noch eine Grenze befand, sieht man im nächsten Jahr wie gerade die letzten Schlagbäume demontiert werden. Andernorts verwandeln sich provisorisch zusammengebastelte Grenzhütten in High-Tech-Zollstationen. An Stellen, an denen sich bei der vorigen Reise nur eine holprige Landstraße befand, ragen nun mehrspurige Autobahnbrücken in den Himmel.
Passiert man schließlich die Grenze nach Bosnien über die Brücke, die in der geteilten Stadt Slavonski Brod über die Save führt (dort wo man bis zur Jahrtausendwende noch von NATO-Soldaten im Schlauchboot übergesetzt wurde) begrüßen selbst hier den Reisenden Schilder, die auf die bald entstehende Autobahn hinweisen.
Balkan: Warten auf den Bus, der nicht kommt
15. September 2006 • Reisen
Tags: Adria, Montenegro, Reisen
Stundenlang in der brennenden Sonnenhitze an einem Badestrand zu sitzen und nichts, aber auch überhaupt nichts zu tun, ist für mich immer ein wenig so, als würde ich auf einen Bus warten, der nicht kommt. Anders ergeht es mir auch nicht in einem kleinen Badeort an der Adriaküste in Montenegro.
Dazu sollte man zuerst etwas zur Adriaküste im Allgemeinen erklären: wunderschön anzusehen, aber überall nur Felsen, Felsen und noch mehr Felsen.
Um diesem Umstand zu begegnen, hat man vielerorts einfach die steinigen Strände betoniert, um den Touristen ihr Badevergnügen zu ermöglichen. Da wir es aber nicht sonderlich erstrebenswert finden, auf einem Betonblock zu liegen, während uns der Duft des echten, weiten Meeres in die Nase steigt, suchen wir nach dem letzten unberührten Stück Strand. Fündig werden wir nach einem langen Fußmarsch in der hintersten Ecke der Bucht, sogar noch hinter dem FKK-Strand.
Balkan: Küstendorf
11. September 2006 • Reisen
Tags: Balkan, Kusturica, Reisen, Serbien
Vor ein paar Jahren hat Kultregisseur Emir Kusturica einen Film mit dem Titel „Das Leben ist ein Wunder“ gedreht. In dem Film versucht ein ebenso gutmütiger wie gutgläubiger Hauptcharakter, eine Eisenbahnstrecke samt Eisenbahn in den bosnischen Bergen, direkt an der serbischen Grenze zu renovieren, um eine Touristenattraktion zu schaffen. Leider hat er seine Rechnung ohne den ausbrechenden Bosnienkrieg gemacht, der wenig später ausbrach – statt Touristen wurden schließlich Kanonen auf den Schienen befördert.
Für die Dreharbeiten fand man ein idyllisches Örtchen in Serbien, tatsächlich direkt an der bosnischen Grenze gelegen, in dem es eine alte stillgelegte Eisenbahnstrecke direkt durch die Berge gab. Man schaffte eine alte Lok inklusive passender Waggons an, renovierte und baute einige Häuser für den Film und begann zu drehen.
Balkan: Verloren im Tal der Pyramiden
2. September 2006 • Reisen
Tags: Balkan, Bosnien, Pyramiden, Reisen
Wer von Sarajevo aus in das 30 Kilometer entfernte Visoko reist, um nach Pyramiden zu suchen, wird sehr bald fündig werden. „Da ist ja eine!“, wird man rufen, dann „dort noch eine!“ und schließlich „wieder eine!“ Mit etwas Fantasie kann man ein gutes Dutzend pyramidenförmige Berge entdecken, noch bevor man am eigentlichen Ziel angekommen ist. Das liegt nicht nur daran, dass die Pyramidensuche schnell beim geneigten Hobby-Forscher die selbe mythische Sogwirkung entfaltet wie eine gut durchdachte Verschwörungstheorie. Tatsächlich ist die Pyramidenform typisch für die Gipfel in diesem Teil Bosniens. Semir Osmanagic, der Ausgrabungsleiter, wuchs in dieser Gegend auf, ging zum Arbeiten in die Vereinigten Staaten und untersuchte später Pyramiden in Lateinamerika. Wahrscheinlich waren es eben die Gesteinsformationen um Visoko, die ihn in seiner Kindheit faszinierten und prägten und zu dem machten, was er ist – ein getriebener Pyramidenforscher mit Tropenhut, für den Indiana Jones mehr ist als eine Filmfigur.
T-Shirts und Publikationen zeigen den bosnischen Indiana Jones – auch Sheriff genannt.
Balkan: Mein erster Tag in Belgrad
27. August 2006 • Reisen
Tags: Balkan, Belgrad, Reisen, Serbien
Mein erster Aufenthalt in der serbischen Hauptstadt währt erst einmal nur kurz. Vorbei an einem Zwillingsturm-Hochhaus, das aufgrund seiner Architektur die „Tür nach Belgrad“ genannt wird, und dass spätestens seit dem Fall des Sozialismus nicht mehr renoviert wurde (wahrscheinlich aber noch länger), tauchen wir in den metropolen Berufsverkehr ein. Unglücklicherweise führt eine Bundesstraße direkt durch die Stadt hindurch, und deshalb müssen auch wir uns hier durchquälen, obwohl wir gar nicht als erstes in die Stadt wollen, sondern vorher noch einen Onkel mitsamt der dazugehörigen Tante und deren Tochter Olja und ihren Mann Ivan in einem kleinen Vorort am Rande des Molochs besuchen wollen.
Nach etwas Suchen finden wir tatsächlich zu dem Haus des Onkels und werden stürmisch begrüßt – auch wenn ich bereits nach dem ersten Glas Whiskey kapituliere. Nach ein, zwei oder auch drei Stunden Konverstation serviert uns die Tante ein Mittagessen, das mehr als reichlich ist, allerdings ohne Fett gebraten wurde, da gerade Fastenzeit ist in der keine tierischen Stoffe gegessen werden. Das Fehlen des Fettes stört zwar eigentlich niemanden, der Tante ist es aber doch so unangenehm, dass sie, als wir das Essen loben, erklärt, dass wenn das ein lobenswertes Essen gewesen sei, sie dann Elizabeth Taylor wäre.




