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Warum ich meinen nächsten selbstverlegten Roman wieder als Print-Buch herausbringe

Es ist ein großes Hype-Thema: E-Books im Eigenverlag bei Amazon veröffentlichen und damit reich und berühmt werden. Johnny Häusler bekam beispielsweise massenhaft Interviewanfragen renommierter Medien, nachdem er seinen Kurzgeschichten-Band »I live by the river!« rausbrachte. Nur, wie Johnny auf der re:publica berichtete: Die Inhalte des Buches interessierten keinen der Journalisten.

Ich selbst habe in den letzten Jahren drei Romane über klassische Verlage als Print-Bücher veröffentlicht. Alle drei Titel waren Nischen-Romane (zwei Mannheim-Krimis, ein christlicher Underground-Roman). Die Verkaufszahlen lagen zuletzt immer so bei etwa 3.000 Stück pro Buch. Im Dezember 2011 habe ich als Experiment 15 Kurzgeschichten in dem Band »Das Leben ist scheiße, aber schön« veröffentlicht. Kurzgeschichten sind ja eher so ein Geschäft, von dem etablierte Verlage die Finger lassen – außer der Autor ist wirklich bekannt. Das Buch hat sich an manchen Tagen recht gut verkauft und auf verschiedenen Portalen und Kanälen durchweg positives Feedback erhalten. Bisher wurden in viereinhalb Monaten 66 Stück verkauft. Das ist okay für mich, auch wenn der Verdienst tatsächlich nur für ein paar Tassen Kaffee reicht. Im Februar habe ich den Kurzkrimi »Kommissar Müller greift nach den Sternen« nachgeschoben. Ein klassisches Nischenprodukt, ganz klar ein Mannheim-Krimi, der auch so beworben wird. Die Verkaufszahlen entwickeln sich so, dass nach viereinhalb Monaten wahrscheinlich die Hälfte vom ersten Titel, also circa 33 Stück, verkauft sein werden.

Nach den letzten Erhebungen machten e-Book-Verkäufe in Deutschland im letzten Jahr etwa 1% Prozent des gesamten Buchhandels aus. Wenn ich das mit meinen Print-Buch-Verkäufen in Relation setze, fällt auf: Bei »Das Leben ist scheiße, aber schön« schaffe ich 2% des Umsatzes, den ich zuletzt mit Print-Titeln hatte. Bei »Kommissar Müller greift nach den Sternen«, wo ich direkte Mannheim-Krimi-Vergleichstitel vorweisen kann, sind es – taadaa – 1 % des Erfahrungswertes für Print-Verkäufe!

Schaffen e-Books und Kindle Direkt Publishing in Zukunft ein ernsthaftes Verdienstmodell für Autoren?

Es heißt oft, man könne den “Direct-2-E-Book”-Markt nicht mit dem klassischen Print-Markt vergleichen. Schließlich würde man ein E-Book ja ganz anders bewerben, und wenn es selbstverlegt ist, meist zu einem Schnäppchen-Preis anbieten. Weiterlesen