Balkan: Bosnische Wahrzeichen

Wer regelmäßig mit dem Auto in das Nachkriegsland Bosnien reist, erlebt die Fahrt wie eine Zeitrafferaufnahme. Dort wo sich beispielsweise im einen Jahr noch eine Grenze befand, sieht man im nächsten Jahr wie gerade die letzten Schlagbäume demontiert werden. Andernorts verwandeln sich provisorisch zusammengebastelte Grenzhütten in High-Tech-Zollstationen. An Stellen, an denen sich bei der vorigen Reise nur eine holprige Landstraße befand, ragen nun mehrspurige Autobahnbrücken in den Himmel.

Passiert man schließlich die Grenze nach Bosnien über die Brücke, die in der geteilten Stadt Slavonski Brod über die Save führt (dort wo man bis zur Jahrtausendwende noch von NATO-Soldaten im Schlauchboot übergesetzt wurde) begrüßen selbst hier den Reisenden Schilder, die auf die bald entstehende Autobahn hinweisen.

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Balkan: Verloren im Tal der Pyramiden

Wer von Sarajevo aus in das 30 Kilometer entfernte Visoko reist, um nach Pyramiden zu suchen, wird sehr bald fündig werden. „Da ist ja eine!“, wird man rufen, dann „dort noch eine!“ und schließlich „wieder eine!“ Mit etwas Fantasie kann man ein gutes Dutzend pyramidenförmige Berge entdecken, noch bevor man am eigentlichen Ziel angekommen ist. Das liegt nicht nur daran, dass die Pyramidensuche schnell beim geneigten Hobby-Forscher die selbe mythische Sogwirkung entfaltet wie eine gut durchdachte Verschwörungstheorie. Tatsächlich ist die Pyramidenform typisch für die Gipfel in diesem Teil Bosniens. Semir Osmanagic, der Ausgrabungsleiter, wuchs in dieser Gegend auf, ging zum Arbeiten in die Vereinigten Staaten und untersuchte später Pyramiden in Lateinamerika. Wahrscheinlich waren es eben die Gesteinsformationen um Visoko, die ihn in seiner Kindheit faszinierten und prägten und zu dem machten, was er ist – ein getriebener Pyramidenforscher mit Tropenhut, für den Indiana Jones mehr ist als eine Filmfigur.

T-Shirts und Publikationen zeigen den bosnischen Indiana Jones – auch Sheriff genannt.


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