Wer regelmäßig mit dem Auto in das Nachkriegsland Bosnien reist, erlebt die Fahrt wie eine Zeitrafferaufnahme. Dort wo sich beispielsweise im einen Jahr noch eine Grenze befand, sieht man im nächsten Jahr wie gerade die letzten Schlagbäume demontiert werden. Andernorts verwandeln sich provisorisch zusammengebastelte Grenzhütten in High-Tech-Zollstationen. An Stellen, an denen sich bei der vorigen Reise nur eine holprige Landstraße befand, ragen nun mehrspurige Autobahnbrücken in den Himmel.
Passiert man schließlich die Grenze nach Bosnien über die Brücke, die in der geteilten Stadt Slavonski Brod über die Save führt (dort wo man bis zur Jahrtausendwende noch von NATO-Soldaten im Schlauchboot übergesetzt wurde) begrüßen selbst hier den Reisenden Schilder, die auf die bald entstehende Autobahn hinweisen.

