Filippo Bentivegna wurde Zeit seines Lebens von seinen Nachbarn als Spinner gemieden. Erst nach seinem Tod wurde er berühmt: Die gut sechstausend Skulpturen, die er auf seinem Olivenhain nahe der sizilianischen Stadt Sciacca geschaffen hat, wurden nachträglich zur Kunst erklärt, das Feld wurde zum Museum.
Bentivegnas künstlerische Arbeit begleitet eine tragische Lebensgeschichte: Anfang des 20. Jahrhunderts verließ er Sizilien und emigrierte in die USA. Dort verliebte er sich Hals über Kopf in eine Amerikanerin, verlor seine Liebe aber nach kurzer Zeit an einen Rivalen. Nachdem er von dem Nebenbuhler brutal zusammengeschlagen wurde, brach eine psychische Erkrankung aus. Seine Persönlichkeit scheint sich nach diesem Ereignis stark geändert zu haben. Bald darauf kehrt er mit dem Geld, das er in Amerika verdient hat, in seine Geburtsstadt zurück und kauft sich ein kleines Feld, mit wunderschönem Meerblick. Das Feld, das bald darauf das “Castello Incantato” werden soll – das “verwunschene Schloss”.


