Sizilien: Das verwunschene Schloss der 6.000 Steinskulpturen

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Filippo Bentivegna wurde Zeit seines Lebens von seinen Nachbarn als Spinner gemieden. Erst nach seinem Tod wurde er berühmt: Die gut sechstausend Skulpturen, die er auf seinem Olivenhain nahe der sizilianischen Stadt Sciacca geschaffen hat, wurden nachträglich zur Kunst erklärt, das Feld wurde zum Museum.

Bentivegnas künstlerische Arbeit begleitet eine tragische Lebensgeschichte: Anfang des 20. Jahrhunderts verließ er Sizilien und emigrierte in die USA. Dort verliebte er sich Hals über Kopf in eine Amerikanerin, verlor seine Liebe aber nach kurzer Zeit an einen Rivalen. Nachdem er von dem Nebenbuhler brutal zusammengeschlagen wurde, brach eine psychische Erkrankung aus. Seine Persönlichkeit scheint sich nach diesem Ereignis stark geändert zu haben. Bald darauf kehrt er mit dem Geld, das er in Amerika verdient hat, in seine Geburtsstadt zurück und kauft sich ein kleines Feld, mit wunderschönem Meerblick. Das Feld, das bald darauf das “Castello Incantato” werden soll – das “verwunschene Schloss”.

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Balkan: Bosnische Wahrzeichen

Wer regelmäßig mit dem Auto in das Nachkriegsland Bosnien reist, erlebt die Fahrt wie eine Zeitrafferaufnahme. Dort wo sich beispielsweise im einen Jahr noch eine Grenze befand, sieht man im nächsten Jahr wie gerade die letzten Schlagbäume demontiert werden. Andernorts verwandeln sich provisorisch zusammengebastelte Grenzhütten in High-Tech-Zollstationen. An Stellen, an denen sich bei der vorigen Reise nur eine holprige Landstraße befand, ragen nun mehrspurige Autobahnbrücken in den Himmel.

Passiert man schließlich die Grenze nach Bosnien über die Brücke, die in der geteilten Stadt Slavonski Brod über die Save führt (dort wo man bis zur Jahrtausendwende noch von NATO-Soldaten im Schlauchboot übergesetzt wurde) begrüßen selbst hier den Reisenden Schilder, die auf die bald entstehende Autobahn hinweisen.

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Balkan: Warten auf den Bus, der nicht kommt


Adriaküste in Montenegro

Stundenlang in der brennenden Sonnenhitze an einem Badestrand zu sitzen und nichts, aber auch überhaupt nichts zu tun, ist für mich immer ein wenig so, als würde ich auf einen Bus warten, der nicht kommt. Anders ergeht es mir auch nicht in einem kleinen Badeort an der Adriaküste in Montenegro.

Dazu sollte man zuerst etwas zur Adriaküste im Allgemeinen erklären: wunderschön anzusehen, aber überall nur Felsen, Felsen und noch mehr Felsen.
Um diesem Umstand zu begegnen, hat man vielerorts einfach die steinigen Strände betoniert, um den Touristen ihr Badevergnügen zu ermöglichen. Da wir es aber nicht sonderlich erstrebenswert finden, auf einem Betonblock zu liegen, während uns der Duft des echten, weiten Meeres in die Nase steigt, suchen wir nach dem letzten unberührten Stück Strand. Fündig werden wir nach einem langen Fußmarsch in der hintersten Ecke der Bucht, sogar noch hinter dem FKK-Strand.

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