Die Kolumne

Die Karl-May-Verschwörung

Der Meister in Posse

Ich mag Verschwörungstheorien. Verschwörungstheorien decken auf, was die Menschen wirklich glauben, ihre lustigsten Fantasien und natürlich vereinfachen sie komplizierte Sachverhalte auf eine simple Theorie, die jeder verstehen kann.

Der Drang der Menschen nach einer Einteilung der Welt in »schwarz und weiß«, in »gut und böse« wird dabei sichtbar; denn entweder wird bei einer Verschwörungstheorie eine Person oder eine Personengruppe als »ultimativ böse« oder aber eine Person als »unsterblicher Held« ikonisiert. Letzteres geschieht zum Beispiel bei der »Karl-May-Verschwörung«, die mir gestern als Nebenprodukt in einem Recherchegespräch für meinen nächsten Tatsachenroman präsentiert wurde.

Das Grundmotiv der Theorie geht davon aus, dass Karl May von seinem 4-jährigen Gefängnisaufenthalt in Wirklichkeit nur wenige Wochen abgesessen hat. Nach Aussage des Verschwörungstheoretikers wäre Karl May ja schließlich nur wegen Diebstahls von zwei Kerzenstummeln verurteilt worden. In den fehlenden dreieinhalb Jahren seines Lebenslaufes wäre May nach Amerika gereist, was den Detailreichtum seiner Werke erkläre. Das Wissen um diese Reise würde »man« angeblich kategorisch vertuschen und May stattdessen Schizophrenie als Quelle seiner Inspirationen vorwerfen …

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Buchmesse, Menschenmassen und Roger Willemsen

Ich mag keine Messen. Mag sie einfach nicht. Schon als Kind habe ich so spannende Messen besuchen dürfen wie z.B. die Druck&Papier Messe in Düsseldorf. Hallenweise Chemikalienbäder und Papiermuster. Super.

Natürlich, wird der ein oder andere jetzt denken, aber die Buchmesse ist doch eine Unterhaltungsmedien-Messe. Überall nur tolle Bücher und bekannte Autoren. Na super…

Ehrlich gesagt habe ich auf der Buchmesse gar keine Bücher gesehen, die ich nicht zuvor bereits in einer Buchhandlung, bei Amazon oder im »Bücher«-Magazin entdeckt hatte. Und dafür der Stress mit den Tausenden und Abertausenden von Menschen auf engstem Raum?

Mein erstes Erlebnis dieses Jahr auf der Messe verlief ungefähr so:

Ich laufe in die erste Halle. Immer den Menschenmassen hinterher. Vor mir zwei Frauen mit Rollwägen die sich alle Mühe geben mich auszubremsen. An einem Tisch ein paar Meter entfernt entdecke ich im vorbeigehen Roger Willemsen.

»Hey, guck mal das doch… nicht wahr…«, sagt die eine Dame zu der Anderen und beide bleiben unvermittelt stehen.

Während ich in vollem Gang gegen den Rollwagen knalle und in einer akrobatischen Meisterleistung das Gleichgewicht zurückgewinne, erkennt auch die Begleiterin endlich den Prominenten.

Also dann – auf nach Leipzig, Kameraden!

Der Schlaflabor-Film

Neulich waren wir in dem Film »The Science of Sleep« in einem kleinen romantischen Programm-Kino. Wir, das sind in diesem Fall drei Filmschaffende, die nicht weniger begeisterte Cineasten sind. Das betreffende Programm-Kino ist das einzige Kino, in dem ich je eingeschlafen bin (allerdings auch nur bei einem Filmfestival-Film mit John Turturro).

Ich freue mich also, einen Film über das Schlafen in einem Kino zu sehen, in dem ich schon mal eingepennt bin. Die Lichter erlöschen in dem Saal und der Film beginnt. Schlaflabor im Kopf des Hauptdarstellers. Bonbon-Papier-Wellen. Rennende Spielzeugpferde in Stop-Motion. Karton-Gewehre. Eine 1-Sekunden-Zeitmaschine. Ich bin sofort hin und weg und von dem Film begeistert.

Das Licht geht wieder an, der Vorhang schließt sich und zu meiner Linken höre ich aus zwei Mündern parallel: »Kannst du mir den Film erklären?«, »Wie ist der Film jetzt eigentlich ausgegangen?«

»Ihr habt den Film doch auch gesehen?«, erwidere ich verwundert.

»Ja, aber wir sind doch eingeschlafen.«

»Wow«, sage ich. »Das nenne ich mal interaktives Filmschauen!«

Guter Film, schlechter Film?

[Was ist eigentlich eine gute Filmkritik? »Das Parfum« schenkt Durchblick.]


Das hat man doch alles schon einmal erlebt: da nähert sich die Veröffentlichung eines Films, für den man sich schon länger interessiert, bekommt die erste Rezension in die Hand und liest begeistert, dass der Film das größte Meisterwerk seit Metropolis sei, ja sogar seit der Erfindung des Films überhaupt. Ein paar Tage später schlägt man freudig die Tageszeitung des Vertrauens auf und liest plötzlich, “Katastrophe” oder auch nur “der langweiligste Film seit Sakrileg”. Aber was bringt es uns armen Film-Endverbrauchern (die doch nicht mehr verlangen als im Vorfeld zu erfahren, ob sich die Investition in die Kinokarte im Nachhinein lohnen wird) denn überhaupt, die Filmkritiken zu lesen, wenn im Endeffekt doch jeder Autor schreibt, was er will?

Sehen wir uns nur einmal die Rezensionen zum aktuellen Event-Film »Das Parfum« an. In der Zeitschrift »cinema« heißt es zum Beispiel: “Der Film wäre unvorstellbar ohne die exzellente Leistung des britischen Hauptdarstellers Ben Whishaw…”. Die Kollegin von »filmszene.de« hingegen schreibt: “Einzig und allein der Hauptdarsteller Ben Whishaw bleibt ein Fragezeichen.”

»neon« nennt den größten Wermutstropfen des Films die “schwülstige Filmmusik”.
Bei »Filmszene.de« schreibt man: “Bravourös ist auch die dezente und nie aufdringliche Hintergrundmusik”.

»cinema« spricht von “Bilder[n] wie Gemälde“, der Rezensent der »Zeit« findet: “Tom Tykwer mag Fantasie und Begeisterung, Ideen und Visionen versprühen, sein Problem ist aber, dass ihm dafür schlichtweg die Bilder fehlen.” Und weiter: “In manchen Einstellungen des Films ist diese Diskrepanz zwischen Großausdrucksanspruch und tatsächlichem Bild fast schmerzlich spürbar.”

Auf »zdf.de« bemerkt man: “Tatsächlich gelingt es dem Film, die Zuschauer ins Universum der Gerüche zu entführen.”
Bei der »Zeit« empfindet man das gar nicht so, merkt dafür aber an: “Tom Tykwer und der Kameramann Frank Griebe geben sich alle Mühe, dieses Organ [Anm.: die Nase des Hauptdarstellers] [...] abwechslungsreich zu filmen. Im Mondschein und bei Kerzenschimmer, mit angespannten und mit zitternden Nasenflügeln, die Luft genießerisch oder auch erstaunt einsaugend, über einem ölgefüllten Röhrchen schwebend und an den schneeweißen Brüsten einer Jungfrau schnuppernd. Nach der siebenundzwanzigsten Großaufnahme hat man fast ein wenig Mitleid mit Whishaw, der zu ewig gleichen Himmelschören immer wieder aufs Neue die Nüstern beben lässt. Aber was hat dieses Nasentheater mit der pathologischen Sinnes- und Gefühlswelt von Grenouille zu tun?”

Am Schluss ist man sich bei der »Süddeutschen Zeitung« sicher, “der ersehnte Filmorgasmus ist das „Parfum“ am Ende nicht geworden”.
»cinema« freut sich stattdessen riesig und schließt mit folgendem Fazit: “Bei einem Budget von über 40 Millionen Euro kostete „Das Parfum“ übrigens gerade mal so viel wie zwei Grillfeste von Angela Merkel. Dann schon lieber dieser böse, surreale Kinotraum von Tom Tykwer. “

Verwirrung perfekt? Richtig! Und was jetzt? Muss man grundsätzlich alle Filmrezensionen meiden um sich nicht im Vorfeld von irgendeiner persönlichen Kritiker-Meinung irreführen zu lassen? Man hat im Moment doch gar keine Chance, den Besprechungen für »Das Parfum« zu entgehen. Keine Angst…

Nicht zu unrecht hält man in Medienkreisen an der Überzeugung fest, dass jede Kritik eine gute Kritik ist. Das heißt also, dass die wichtigste Funktion einer Kritik in Wirklichkeit darin besteht, Aufmerksamkeit für ein Werk zu schaffen. Die Bewertung der Qualität eines Films (oder auch Roman, Album etc.) ist eher zweitrangig. So kann eine Reihe von positiven Kritiken zwar zu einem Überraschungserfolg führen – genau so gut können gemischte Kritiken das Interesse des Publikums wecken, sich eine eigene Meinung zu bilden, und auch durchgehend schlechte Kritiken konnten nicht immer einen Kassenerfolg verhindern (siehe Sakrileg).

In erster Linie geht es also darum, die Rezensionen flächendeckend zu streuen, um ein Film-Event zu schaffen, von dem jeder bereits vor Veröffentlichung spricht. Bei dem »Parfum« hat das wunderbar funktioniert. Oder gibt es etwa noch Jemanden, der nicht davon gehört hat?

Foto: Courtesy of Constantin Film, Copyright 2006

In zehn Schritten zur perfekten Intrige

Immer noch arbeite ich an meinem Roman. Die Osterruhe macht sich gut um ein wenig in Sekundärlitertur zu blättern. Die letzten Tagen war das bei mir “Gebrauchsanweisung für Sizilien”, was ganz nett war (vom Informationsgehalt) und zum Glück bestätigt hat, das die Schilderungen der Palermitanischen Infrastruktur die ich in meinem Roman abgebe ganz gut mit der Realität übereinstimmen – schließlich habe ich Palermo noch nie zu Fuß erkundet, sondern immer nur vom Auto aus gesehen (von den Erlebnissen bei der Suche nach der richtigen Autobahnauffahrt in Palermo habe ich dafür an diesen Blog-Eintrag ein von mir selbst belichtetes Foto angehängt – für die visuellen Reize der Leser).

In dem Hitchcock-Interview-Buch von (und mit) Truffaut habe ich danach die Kapitel zu den Hitchcock-Filmen durchgelesen, die ich in den letzten Wochen gesehen habe: Der unsichtbare Dritte, Über den Dächern von Nizza, Das Rettungsboot und Immer Ärger mit Harry.

Mein Lieblingsbuch dieser Tage aber ist “Die Intrige” von Peter von Matt. Ein Sachbuch zu Theorie und Praxis der Hinterlist (in der Literatur und dem Drama). Man darf gespannt sein wie sich die Verinnerlichung dieser Lektüre auf das Schreiben meines Romans auswirkt…

Irgendwann doch noch Bergfest?

Erreiche in ein paar Seiten die Mitte meines Manuskriptes, oder vielleicht ja auch die Bergspitze!? Dementsprechend wundert es mich auch nicht, dass meine Inspiration in den letzten zwei Tagen ziemlich aus der Puste war.

An manchen Weggabelungen bin ich sogar rückwärts gegangen, habe Kleinigkeiten eingefügt, zum Beispiel die Audiokassette mit den schönsten Liedern von Caruso die der Killer Gaetano im Auto anhört. Er hat sich ja vorher auch schon für Umweltschutz eingesetzt und Interesse an historischen Bauten gezeigt – natürlich konnte er auch vor Caruso nicht halt machen. Schließlich hat er die Kassette mit 15 Jahren auf einen Flohmarkt in Neapel gekauft, mit ein paar Lire, die er in der Schule beim Kartenspielen gewonnen hat (gut, ich gebe zu – so genau habe ich die Geschichte der Kassette dann doch nicht erklärt im Manuskript, das ist einfach nur die Back-Story die ich brauche um das Innere der MC besser zu verstehen ;o) ).

Aber damit für heute genug von der Story ausgeplaudert. Werde jetzt mal die Pause beenden, aufbrechen, weiterlaufen – vielleicht erreiche ich den Gipfel ja doch noch irgendwann…

Ein Tag im Leben eines Filmautors

Viele Menschen fragen sich wahrscheinlich wie der Alltag eines Filmautors aussieht und natürlich auch: »Was ist denn überhaupt ein Filmautor?« Zu recht.
Zumindest auf die erste Frage gibt es hier nun eine Antwort:

00.01 Uhr Habe mich ins Bett gelegt, da ich weiß, dass ich bereits um 8.00 Uhr wieder aufstehen muss. Heute findet schließlich die große Jubiläumsfeier der Individualhilfe Heidelberg statt, bei der mein Dokumentarfilm »Der Grenzübergang« uraufgeführt wird. Leider habe ich die letzten fünf Nächte in Folge nachts kaum schlafen können – bin mir aber sicher, dass ich es jetzt schaffe einzuschlafen, wenn ich mir nur genug Mühe gebe.
01.00 Uhr Kann nicht einschlafen, ziehe deshalb aus dem Bett um – auf die Couch – weil ich auf Sofas in der Regel besser schlafen kann.
02.00 Uhr Werde immer wacher von dem ewigen rumliegen, mittlerweile kann ich noch nicht mal mehr meine Augen geschlossen halten. Stehe deshalb auf um an meinem Roman weiterzuschreiben.
05.00 Uhr Irgendwie klappt es jetzt doch mit dem Schlafen.
08.00 Uhr Wecker klingelt! Die Welt kann so grausam sein.
09.15 Uhr Ankunft in Heidelberg, Technik für Filmvorführung vorbereiten.
11.00 Uhr Die Jubiläumsfeier nimmt ihren Lauf.
13.30 Uhr Tossender Applaus für den Film. Verstehe nicht wieso – wahrscheinlich habe ich den Film im Schnittraum aber einfach zu oft gesehen, um noch bewerten zu können ob er gut oder schlecht oder gar langweilig ist. Das Publikum ist jedenfalls begeistert, na dann…
15.00 Uhr Endlich schlafen legen!
17.00 Uhr E-Mails beantworten.
18.00 Uhr Wann habe ich eigentlich das letzte Mal geduscht? Da mir keine passende Antwort einfällt, sofort in die Badewanne legen!
19.00 Uhr Noch schnell vor Ladenschluss zum Supermarkt um Rotwein zu kaufen – vielleicht lässt sich damit die Inspiration zum Schreiben zu steigern.
20.00 Uhr Zurückziehen mit Spex Heft-CD und Spex DVD und von einer Welt träumen, in der Künstler von ihrer Kunst leben können.
23.00 Uhr Endlich am Computer zum Schreiben. Stelle fest, dass ich in den letzten Tagen mit dem Roman besser vorangekommen bin als ich dachte. Zur Belohnung gönne ich mir erst einmal einen Blog-Eintrag.

Hey, hey Wiki

Im Jahre 2006 n. Chr. gibt es wirklich fantastische Recherchemöglichkeiten für Autoren (ja – das muss man dem Internet wenigstens lassen). So habe ich heute zum Beispiel bei Wikipedia einen Eintrag über das sizilianische Dorf »Cattolica Eraclea« gefunden – eben dieses Städtchen, das mir in meinem Roman für den Ort der Haupthandlung Pate steht. Nun gut – es ist ja nicht so, dass ich nicht bereits dreimal dort gewesen wäre und ebenso oft dort gedreht hätte (z.B. auch die Schluss-Szene von »Los Delinquentes«) aber woher konnte ich ahnen, dass man dort auch in der Steinsalzgewinnung arbeiten kann, oder dass der Namenszusatz »Eraclea« im Ortsnamen an die historische Stadt »Eralcea Minoa« erinnert (so etwas erzählt mir sonst ja keiner)?

Bei weiteren Nachforschungen habe ich dann gesehen, dass Andrea Camilleri aus dem benachbarten »Porto Empedocle« stammt. Auch nicht schlecht. Deswegen heißt der Ort seit April 2003 auch offiziell »Porto Empedocle Vigàta«, nach dem fiktiven Ort »Vigàta« in dem die Romane von Camilleri spielen. Und dabei hat man mir noch im Sommer 2004, als ich dort war, erzählt ich wäre in »Port Empodocle« ohne »Vigàta«, ts ts ts…

Als ich dann noch tiefer in den Dschungel der Autorenbiographien eintauchte, musste ich bemerken, dass Alberto Moravia, den ich immer für einen Nach-Namensvetter hielt (Morivia ist im Lateinischen das selbe, was Morawek anderen Orts ist), mit Geburtsnamen Alberto Pincherle hieß… Na so was!
Aber ich heiße immer noch wirklich so :o )
Wie er ausgerechnet auf diesen Nachnamen gekommen kann ich bei Wikipedia leider nicht herausfinden.

Manche Fragen kann eben noch nicht einmal das Internet beantworten.

Vergiß es bloss nicht wieder…

Nun, wie sich mittlerweile rumgesprochen haben wird, arbeite ich momentan an meinem Debütroman. Und auch wenn die Vorlage für die Geschichte schon existiert (der Film “Caffè della Vita”) bleibt das umbauen zur geschriebenen Form, leider immer noch das was Schreiben eben ist: Arbeit!

Heute war dann wieder einmal einer dieser Tage, den alle Schreibenden nur zu gut kennen. Drei Stunden lang im Kreis durch die Wohnung, nur um nicht mit dem Tippen anfangen zu müssen. Ich wollte es gerade komplett aufgeben und stattdessen einen langweiligen Film gucken oder über die Bedeutung der Blattlaus in der regionalen Vegetation philosophieren, als mir folgender Text von Adrian Plass in den Sinn kam, den ich vor ein paar Tagen gelesen hatte:

“Ein Problem, das besonders mit der regelmäßigen Produktion von Büchern und mit mir persönlich zu tun hat, ist die Tatsache, daß mein Selbstvertrauen meistens zwischen dem Abschluß eines Buches und dem Beginn des nächsten eine dramatische Talfahrt vollführt. Es hat Momente gegeben, in denen ich schlichtweg nicht begreifen konnte, wie es mir je gelingen konnte, irgend etwas zu schreiben. In solchen Momenten scheint es mir, als müsse jemand anderes all die Bücher geschrieben haben, die neben mir auf dem Regal stehen. Überzeugt, daß es mit meiner Laufbahn vorbei ist, sitze ich trübsinnig vor meinem Computerbildschirm und überlege, was sie auf dem Arbeitsamt wohl gerade so anzubieten haben. Nur um der alten Zeiten willen tippe ich träge ein paar Worte ein. Diese führen zu ein paar weiteren Worten. Diese weiteren Worte haben etwas an sich, das mich fast gegen meinen Willen interessiert. Ich beuge mich vor, meine Finger schweben erwartungsvoll über der Tastatur, die Vision des Arbeitsamtes verschwindet in der Ferne. Ich beginne zu tippen. Ich schreibe wieder.”

Schließlich entschloss ich mich wenigstens einen Satz zu schreiben. Nur einen Satz – der würde zumindest mein Gewissen etwas beruhigen. Aus einem Satz wurden auf einmal eine Menge Sätze, Seiten, sogar ein komplettes Kapitel – und am Ende des Tages die Realisation, dass ich wieder einmal (so wie auch die Tage zuvor) gut vorangekommen bin. Hoffe vergesse ich das bis Morgen Vormittag nicht wieder…

[Textzitat aus "Adrians Briefe von der Insel - Teil 1" erschienen am 26.01.1998 in "dran"]

Identitätsfindung interaktiver Künstlerpersönlichkeiten

Lieber Blogleser,

endlich ist es soweit! Nach ca. sechs Jahren “littlejeremy.de” ziehe ich nun endlich um – auf eine Domain die meinen eigenen eigentlichen Namen trägt: danielmorawek.de

Das hat, wie alles auf der Welt, seine Gründe. Unter anderem hatte ich es einfach satt über schlechte Handyverbindung die Webadresse zu buchstabieren.
“Little? So wie englisch klein?” “Yup.” “Aha. Und was soll das jetzt bedeuten, Little Jeremy?”
Nun, um diese Frage ein für alle Mal zu beantworten: Little Jeremy Productions war der Fantasieproduktionsfirmenname (langes Wort!) den ich in meinen ersten beiden Filmen, “Los Delinquentes” und “Der Pfad des Drachen”, als Produzent angegeben hatte. Aus dieser Zeit also der Domainname, der mittlerweile schon lange keine Bedeutung mehr hatte.

Warum ich früher noch nicht auf die Idee gekommen bin mir danielmorawek.de zu reservieren? Interessante Frage. Wahrscheinlich hängt es mit dem Selbstfindungsprozess zusammen, den man als Künstlerpersönlichkeit früher oder später zu bewältigen hat. Sich hinter irgendwelchen Fantasiekonstrukten zu verstecken ist eben manchmal leichter…

danielmorawek.de

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