Schweigen . . .

In Gedenken an

Hannes D.

30.11.1982 – 20.12.2007

» Alles hat seine Zeit und alles Vorhaben
unter dem Himmel hat seine Stunde:

geboren werden hat seine Zeit,

sterben hat seine Zeit;
einpflanzen hat seine Zeit,

ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit.
Weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit. «

Die Bibel, Prediger 3

Autobiographisches Schreiben

In den letzten zwei Wochen habe ich zwei John-Irving-Romane hintereinander gelesen; „Garp und wie er die Welt sah” und „Witwe für ein Jahr”. Ausgerechnet die beiden Irving-Romane mit Schriftstellern als Protagonisten. Natürlich kommt beim Lesen von „Autor-schreibt-über-Autor”-Romanen immer ein zusätzlicher Knobbelfaktor dazu – das unweigerliche Rätseln, ob der Verfasser gerade aus seinem eigenen Leben berichtet oder die Passage nur erfunden hat.

Noch verzwickter wird die Sache, da eben dieses auch in beiden Roman fortlaufend thematisiert wird; wieviel Autobiographisches findet man vom Autor in einem fiktionalen Text? Und dann ständig diese Romane im Roman. So schreibt der junge Garp zum Beispiel die Kurzgeschichte „Die Pension Grillparzer”, die doch eigentlich John Irving geschrieben hat, und auch lange vor dem Garp-Roman bereits veröffentlicht hatte.

Oder nehmen wir Marion Cole, die Verfechterin der Theorie, dass ein guter Roman nur auf Erfindung basieren darf und nicht auf Selbst-Erlebtem. Als sie in Amsterdam einen Vortrag zu diesem Thema hält, will sich ein Nachwuchsschriftsteller, der im Publikum sitzt und nur zum Schreiben von autobiographischen Texten fähig ist, gar verzweifelt das Leben nehmen. Dabei hat Miss Cole zu dem Zeitpunkt, als sie den Vortrag hält, bereits angefangen, einen neuen Roman, der auf Autobiographischem basiert, zu entwerfen!
Und die Meinungen über dieses Thema gehen in der Tat weit auseinander. Auch im echten Leben. So kam vor kurzem eine Frau auf mich zu und sagte mir, sie fände mein „Caffe della Vita” besser als die Werke von Hermann Hesse.

»Wie kommen Sie denn darauf, dass mein Roman besser wäre als die Werke von Hesse?«, fragte ich iritiert – Hermann Hesse und ich, was für ein sonderbarer Vergleich!

»Nun, Hesse hat immer nur das geschrieben, was er selbst erlebt hat. Das ist keine Kunst, das ist keine richtige Literatur. Ihr Buch ist richtige Literatur.«

»Aha?!«

Zum Glück weiß diese Frau nicht, wieviel Autobiographisches ich in „Caffè della Vita” habe einfließen lassen! Aber ich scheine es ja ganz gut versteckt zu haben.

Die Lösung aller Ihrer Probleme!

Fühlen Sie sich auch manchmal abgeschlafft, matt und niedergeschlagen? Hat Ihr Chef sie wieder einmal den lieben langen Tag im Büro angeschrieen? Hackt Ihr Partner ständig auf Ihrem Gewicht herum? Wird der Tinitus täglich schlimmer und die Migräne unbezwingbar? Haben Sie im Lotto wieder einmal nur einen Richtigen?

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Zeit, den Musikgeschmack zu wechseln.

Nun ist die Rock’n'Roll-Welle also auch bei Tchibo hereingeschwappt.

In der Konzernzentrale trocknen die Praktikanten wahrscheinlich immer noch mit dem Fön die dadurch entstandenen Wasserschäden, während die Trend-Scouts bereits auf das Cover des aktuellen Magazins mit rosafarbenen Lettern das neueste Motto, “Rock ‘n’ Style”, gestempelt haben. Na super.

Im Heft selbst finden sich dann ganz viele dolle Klamotten, die so cool sind wie die Wurst im Kühlschrank. Zum Beispiel die Nappalederjacke im “angesagten Anti-Look” mit Handy-Innentasche, der Strechjeans im “Used-Look” mit Nieten am Arsch oder die Mädchenunterhose mit Hinternaufdruck “Rocking Girl”. Eine CD zum rocken für zu Hause hat man auch im Programm, mit derben Rockacts, die ohne Probleme die Strokes und Maximo Park in die Tasche stecken können, nämlich “Shaggy” und “Katrina and the Waves”.

Im Magazinteil gucken Tokio Hotel den Betrachter grimmig an und die Konzernschreiber erklären den “neuen Glamrock-Style”. “… derzeit schwer angesagt”. Aha.

Rock’n'Roll-Style ist bei Tchibo angekommen. Zeit, den Musikgeschmack zu wechseln.

Und den Klamottengeschmack. Und die Unterhosen. Aber nur einmal in der Woche – wie die echten Rocker.