CreateSpace: So funktioniert Amazons SP-Dienst 2014

CreateSpace vertreibt nun schon seit über zwei Jahren auch im deutschen Amazon-Shop gedruckte Bücher. Viel ist passiert seit ich meinen ersten Erfahrungsbericht über das Erstellen von CreateSpace-Büchern veröffentlicht habe, viele Fragen haben mich erreicht und es gab einige Änderungen. Höchste Zeit eine Übersicht zu bieten, wie CreateSpace im Jahr 2014 funktioniert. Im ersten Abschnitt biete ich eine kurze Zusammenfassung des Bucherstellungsprozesses für Neulinge. Danach gehe ich auf Punkte ein, die sich geändert haben – und die auch langjährige Nutzer interessieren sollten.

Bücher veröffentlichen bei CreateSpace: So einfach geht es

CreateSpace ist immer noch kostenfrei und sehr einfach nutzbar. Auf ein bestehendes Amazon-Konto kann man, anders als beim eBook-Dienst kdp, nicht zugreifen.

CreateSpace zahlt mittlerweile monatlich alle eingenommen Tantieme aus – die Auszahlungsgrenze von 10 € wurde aufgehoben. Aber Achtung: Das gilt nur, wenn man ein Bankkonto in Deutschland für die Auszahlung nutzt. In vielen Ländern unterstützt CreateSpace nur die Auszahlung per Scheck – und hier gilt eine Auszahlungsgrenze von 100 €. Das betrifft vor allem deutschsprachige Autoren in Österreich und der Schweiz. Ich kenne Autoren aus unseren Nachbarländern, die sich deshalb ein Girokonto in Deutschland eingerichtet haben.

Hat man die persönlichen Daten und Kontoinformationen, sowie die Steuerinformationen eingetragen (auf letzteres gehe ich unten bei den Neuerungen noch näher ein), kann es auch schon losgehen.

Titeleingabe: Bei der Eingabe von Titeln mit Umlauten muckt die Software. Nach dem Speichern werden diese Buchstaben als Fragezeichen in einer Raute dargestellt. Aber das muss uns nicht beunruhigen: Wir können einfach fortfahren — später bei Amazon wird der Titel wieder richtig dargestellt.

Hat man sich für eines der vorgegebenen Buchformate entschieden, bietet CreateSpace Word-Vorlagen zum Download an. Da die Vorlagen vom Design her eher untypisch für den deutschen Buchmarkt sind, habe ich auf vielfache Nachfrage eine modifizierte Version der Vorlage für das häufigste Format 5×8 Zoll erstellt. Hier könnt Ihr sie laden, Nutzung auf eigene Gefahr 😉 Für das Hochladen bei CreateSpace gebe ich den Buchsatz als PDF aus. CreateSpace akzeptiert auch andere Dateiformate – aber nur bei PDF kann man einigermaßen sicher sein, dass am Ende alles dort sitzt, wo es hingehört.

Es ist bei CreateSpace auch möglich eigene Buchformate zu erstellen. Da man dann aber eine komplett eigene Buchvorlage erstellen muss, finde ich es sehr viel einfacher hierfür ein richtiges Layout-Programm wie InDesign zu nutzen.

Das Buchcover lade ich auch immer als PDF-Datei hoch, um das bestmögliche Druckergebnis zu erhalten. Es gibt auch die Möglichkeit in den Vorlagen im CoverCreator eigene PDFs hochzuladen (bis zum kompletten Cover als JPG), das hilft natürlich, da es immer ein bisschen anstrengend ist, die perfekten Covermaße hinzubekommen. Aber wie gesagt: Für die Qualität lohnt sich eine PDF-Datei.

Bei der Eingabe des Verkaufspreises muss man bei der Euro-Angabe darauf achten, dass man 7%-Mehrwertsteuer von dem gewünschten Endpreis abziehen muss. Die Inhaltsangabe eintragen, speichern und nach ein bis zwei Tagen steht unser Buch zum Kauf im Amazon-Shop.

Die Benutzeroberfläche von CreateSpace ist auch nach zwei Jahren immer noch nur auf Englisch verfügbar – der mittlerweile hohen Nutzerzahlen aus Deutschland zum Trotz. Das ist etwas schade, kdp ist schon lange auf Deutsch verfügbar.

Fazit: Der Hochlade-Prozess bei CreateSpace ist sehr einfach, die Bücher sind schnell verfügbar und zu konkurrenzfähigen Preisen anzubieten. Ich habe bisher nur gute Erfahrungen damit gemacht.

Wer weiterführende Informationen sucht, in diesem Buch habe ich den Prozess der CreateSpace-Nutzung noch ausführlicher beschrieben: Bücher mit Amazons CreateSpace veröffentlichen. Handuch, Tipps und Erfahrungen

Leidiges Thema „Expanded Distribution“: CreateSpace und der Buchhandel

Nach wie vor können CreateSpace-Titel in Deutschland nur über Amazon verkauft werden. Das Problem ist der Firma sicherlich bewusst, konnte aber noch nicht gelöst werden. In den USA gibt es die Möglichkeit Bücher über die „Expanded Distriubtion“ auch in den Buchhandel zu bringen. Seit die Kosten von 29 Dollar Ende 2013 für diesen Service aufgehoben wurden, stellt sich die Frage, ob man die Option beim Hochladen eines Buches einfach ankreuzen sollte.

Tatsächlich tauchen Bücher dann über die INGRAM-Datenbank auch bei manchen deutschen Buchhändlern im Bestellsystem auf. Aber Vorsicht: Da diese Bücher dann Exportware sind, werden hier hohe Summen aufgeschlagen. Auf der anderen Seite werden Bücher in der Expanded Distribution auch von Drittanbietern von CreateSpace zu günstigeren Preisen bei Amazon angeboten. Beides sollte nicht im Sinne von deutschen Autoren sein.

Benötigt ein Selbstverleger überhaupt den Zugang zum gesamten Buchhandel? Das ist eine Frage, die ein Politikum ist. Ich will mich hier auch gar nicht auf irgendeiner festgefahrenen Seite positionieren. Grundsätzlich wünsche ich mir auch eine lebendige Buchkultur, in der alle Bücher überall verfügbar sind. Fraglich ist natürlich, ob man es als Selbstverleger überhaupt in den Buchhandel schafft bzw. in dem Maße, dass man dort mehr verdienen würde als bei Amazon. Leider ist das immer noch schwierig – und jeder muss für sich selbst entscheiden, wie wichtig für ihn die Anbindung an den Buchhandel ist.

Auch bod.de und epubli haben in der letzten Zeit ihre Druckkosten gesenkt. Für ein Buch, dass man über Amazon verkauft, erhält man dann immer noch etwas weniger Tantiemen, aber es wird endlich möglich Taschenbücher zu handelsüblichen Preisen in den Buchhandel zu bekommen. Über epubli ist es wohl auch möglich ein Buch parallel über CreateSpace und epubli zu verkaufen – sprich das Buch durch CS über Amazon verkaufen und über epubli im stationären Buchhandel (epubli-Bücher sind bei Amazon sowieso nur über Drittanbieter mit zusätzlichen Portokosten erhältlich).

Hin und her: Pflichtexemplar für die DNB

Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich den Abschnitt zu den Pflichtexemplaren für die Deutsche Nationalbibliothek bei meinem CreateSpace-Ratger ändern musste. Mittlerweile hat sich die DNB wohl auf eine Begründung geeinigt und verlangt wieder die üblichen zwei Exemplare.

Steuernummer

Auch beim Ausfüllen der „Tax Information“ hat sich einiges geändert – zum Besseren. Musste man bisher eine US-Steuernummer beim amerikanischen Finanzamt beantragen, so reicht es nun in das Formular die deutsche Steueridentifikationsnummer einzutragen. In diesem Artikel erkläre ich, wie Ihr das lästige Formular in wenigen Minuten abhakt.

Günstige Autorenexemplare?

Auch das ist ein Thema, zu dem ich ständig Fragen erhalte: Bisher muss man Autorenexemplare umständlich bei CreateSpace in den USA bestellen. Wird sich das ändern? Ich hoffe es, und glaube auch hier, dass CS mittlerweile durch zahlreiche Autorenanfragen ein Bewusstsein für die Problematik entwickelt hat.

Doch was tun, bis es soweit ist? Natürlich kann man in den USA bestellen, so teuer ist das nicht. Allerdings sind entweder die Portokosten oder die Lieferzeiten hoch 😉 Bei Bestellungen mit einem Warenwert von über 22 Euro fällt außerdem noch 7% Einfuhrmehrwertsteuer an, und – was noch schlimmer ist – man muss die Pakete meist beim Zollamt abholen. Mit der Druckqualität der US-Bücher war ich zudem nie zufrieden.

Hier hatte ich über die Möglichkeit geschrieben, dass Buchhändler mithilfe von „Discount Codes“, die Autoren einrichten können, direkt bei CreateSpace bestellen können. Fraglich ist, ob Buchhändler wirklich bei Amazons Tochterfirma bestellen werden.

Es gibt aber einen weiteren Trick, den ich selbst gelegentlich anwende: Wenn ich ein Buch bei CreateSpace hochlade, gebe ich zunächst den Minimalpreis ein, den CS zulässt. Wenn das Buch im Shop erscheint bestelle ich die Menge, die ich für mich benötige. Danach setze ich den Preis hoch und erst dann verkünde ich der Welt, dass das Buch erhältlich ist. Auf diesem Wege komme ich in der Regel zu vergleichbaren Kosten, wie bei Bestellungen in den USA, zu meinen Autorenexemplaren.

Showing 8 comments
  • Susanne

    Danke für die heißen Tipps. Kann ich gut gebrauchen.

    Viele Grüße

    Susanne

  • Stephan Waldscheidt

    Lieber Daniel Morawek,

    danke für das Update. Ihre Tipps sind stets hilfreich, weshalb ich auch so frei war, in meinem neuen Ratgeber „KLÜGER PUBLIZIEREN“ Ihr Buch „Bücher mit Amazons CreateSpace veröffentlichen. Handbuch, Tipps und Erfahrungen“ als Buchtipp vorzustellen. Werde bei Gelegenheit auch zu dieser Seite mit den Updates verweisen.

    Schönen Gruß und weiterhin feines Schreiben
    Stephan Waldscheidt

  • Daniel

    Danke Stephan Waldscheidt. Deine Bücher sind aber auch sehr zu empfehlen!

  • Sharon Morgan

    Hallo Daniel,

    diese Frage stelle ich mir auch. In den stationären Buchhandel werden es die meisten Selbstverleger wohl nicht schaffen, doch werden erste immer unwichtiger.

    Bei den meisten, wenn nicht gar allen deutschen Online-Buchhändlern werden SP-Werke stiefmütterlich behandelt im Gegensatz zu Amazon oder Kobo. Da findet einen kaum einer, egal ob dort das Printbuch gelistet ist oder nicht. Wobei ich schon den Eindruck haben, dass sich deren Kunden teilweise an der Amazon-Bestsellerliste und wohl auch an den dortigen Rezensionen orientieren.

    Über BOD, deren Einstellgebühren im Laufe der Zeit, die lange Vertragslaufzeit, die Rauskaufgebühren, die nicht konkurrenzfähigen Preise, und warum es auf einmal jetzt doch alles geht ohne Einstellgebühren zu vernünftigen Preisen, nur weil CS auf der Bühne erschienen ist, sollte sich jeder seine eigenen Gedanken machen.

    Umbreit hatten mal geäußert, keine Berührungsängste zu haben, was Amazon und somit auch CS betrifft. Daher denke ich, dass sich früher oder später in dieser Richtung etwas tun wird.

    Wenn man die Einfuhrsteuer und die Versandkosten rechnet, kommt man doch nicht viel teurer weg, wenn man die Autorenexemplare gleich bei Amazon bestellt, zumal man ja noch die Marge bekommt. Dein Trick ist eine gute Idee. 🙂

    Zitat: „Tatsächlich tauchen Bücher dann über die INGRAM-Datenbank auch bei manchen deutschen Buchhändlern im Bestellsystem auf. Aber Vorsicht: Da diese Bücher dann Exportware sind, werden hier hohe Summen aufgeschlagen. Auf der anderen Seite werden Bücher in der Expanded Distribution auch von Drittanbietern von CreateSpace zu günstigeren Preisen bei Amazon angeboten. Beides sollte nicht im Sinne von deutschen Autoren sein.“
    Damit verstößt man gegen das Buchpreisbindungsgesetz, insofern es bei deutschen Shops angeboten wird. Im europäischen Ausland muss man prüfen, wie die jeweilige Rechtslage aussieht. In Italien kann man theoretisch andere Preise anbieten. Gibt nur wieder Kuddelmuddel. *seufz*

    Viele Grüße
    Sharon

  • Irene

    > Es gibt aber einen weiteren Trick, den ich selbst gelegentlich anwende:

    Danke für den Tipp! Den werde ich demnächst bei einem neuen Buch für den Eigenbedarf und die Pflichtexemplare nutzen. Für eventuelle Anfragen von Buchhandlungen werde ich aber doch wieder in den USA bestellen, denn dort steht auf der letzten Seite nicht „Printed by Amazon“.

  • Andreas

    Toller Artikel. Besonders der Tipp mit CS-Bücher zuerst „billig“ auszupreisen, seine Eigenbedarf decken und dann auf den geplanten Preis zu erhöhen, ist bemerkenswert.

  • Christin Burger

    Hallo Daniel, habe dein Buch „Bücher mit Amazonas createspace veröffentlichen“ gelesen und bin dir so dankbar dafür! Jetzt muss ich nicht mehr befürchten, dass ich in dem ganzen Englisch was übersehe.

  • Andreas J. Kampe

    Grüße vom Bodensee, Daniel,
    habe gerade dein Buch bestellt, das über CreateSpace.
    Mal ne Frage im Vorbereich?????
    Bei der Seite >> Inhalt
    (und bei anderen in der Titelei auch)
    ist oberhalb so viel freier Raum,
    wie kann man den verändern?

    Falls du ne Minute Zeit hast,
    ich hatte das schon mal raus gefunden,
    hab es wieder vergessen. Und dein Buch wird erst in 2, 3 Tagen da sein, oder morgen.

    Ich will über dies schreiben >> sichtoffenbarung, antlitz
    eine merkwürdige HolySpirit- oder Gottesdurchscheinung,
    andere können sie auch sehen, und auch fotografieren (!!!!!)
    und ließ es erstmal, ein ebook für kdp zu puzzeln,
    dieses immer-hin-und-her-schalten
    ist ja bei einem Papierbuch nicht da,
    und der Satz bleibt wenigstens schön fest.

    Herbstliche Grüße noch mal

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