Kommissar Müller greift nach dem Buchhandel (und Paul auch)

„Paul sucht eine Frau“ – jetzt auch für den Tolino, z.B. über thalia.de

Meine eBooks gab es lange Zeit nur bei Amazon. Das hat einerseits mit den großartigen Möglichkeiten zu tun, wenn man sich als Indie-Autor dafür entscheidet, drei Monate exklusiv im kindle Shop verfügbar zu sein (Kostenlos-Tage, Preisaktionen, Teilnahme an der kindle-Leibücherei). Andererseits gab es lange Zeit zu wenig gute Angebote, um als unabhängiger Autor im gesamten elektronischen Buchhandel verfügbar zu sein.

Ähnlich einfach wie Amazon haben es in Deutschland bisher nur der beam-eBook-Shop und der kobo-Store gemacht, eBooks selbst hochzuladen – und vor allem zu ebenso vernünftigen Konditionen für Autoren. Einige Bücher von mir sind deshalb auch schon seit Herbst 2012 dort als ePub-eBooks verfügbar: beamkobo

Blieb immer noch der Rest vom Buchhandel. Hier braucht der Indie-Autor einen guten Distributor. Neobooks ist seit einigen Monaten in diesem Bereich tätig. Leider fehlt dort bisher die Möglichkeit einzelne Shops auszuklammern, die man als Autor selbst beliefern will. Da ich meine Bücher gerne weiterhin direkt bei Amazon hochladen möchte, ist das also ein Ausschlusskriterium für mich.

In Deutschland ist seit ein paar Wochen der Distributor feiyr, im Musikgeschäft bereits fest etabliert, ins eBook-Geschäft eingestiegen. Sie liefern die eBooks an bis zu 160 Online-Shops, darunter auch Apples iBookstore, Thalia, Weltbild, Hugendubel, bol, buecher.de, der Bertelsmann Club und viele andere. Die Kosten sind überschaubar. Zu der einmaligen Anmeldegebühr von 9,90 € kommen 4,95 € plus 0,49 € für eine ISBN-Nummer pro Buchveröffentlichung. Teuer wird es nur, wenn man eine neue Auflage eines eBooks hochladen will oder ein Buch löscht. Dann fallen 29,99 € (das wäre bei Neobooks zum Beispiel kostenlos). Dementsprechend eignet sich der Vertrieb von eBooks, die ständig erweitert werden eher nicht. In meinem Fall trifft das zum Beispiel für mein Fachbuch zur Erstellung von Büchern mit CreateSpace zu, das bereits in der dritten Auflage vorliegt. Dieses eBook wird es weiterhin nur bei Amazon, kobo und beam geben.

„Paul sucht eine Frau“ jetzt großflächig verfügbar

Den Anfang der Belieferung des gesamten Buchhandels macht mein Mannheim-Kurzkrimi „Kommissar Müller greift nach den Sternen“ und mein Rollstuhl-Roman „Paul sucht eine Frau“, der gerade erst auf der Shortlist des autoren@leipzig-Awards stand. Eine Liste der wichtigsten Anbieter findet sich auf der Seite zum Buch. Durch den breiten Vertrieb sind beide Bücher jetzt also auch für den Tolino verfügbar.

Eine weitere Möglichkeit, die sich nur durch Distributoren bietet, ist es einen Titel dauerhaft kostenlos anzubieten. Deshalb habe ich eine XXL-Leseprobe zu Paul sucht eine Frau zusammengestellt, in der neben den ersten vier Kapiteln des Buches auch ein Interview zur Entstehung des Textes enthalten ist.

Showing 2 comments
  • Felix

    Hallo Daniel,

    Glückwunsch zu einem weiteren sehr interessanten Artikel!
    Es macht wirklich Spaß, bei dir zu stöbern :-).

    Ich habe mir daraufhin feiyr angeschaut, bin aber etwas abgeschreckt worden von der Aufmachung der Webseite. Dass man die Preise erst nach der Registrierung (bei der man bereits seine Kontodaten angeben muss) sieht, finde ich unseriös. Auch die Tantieme-Regelung ist mir nicht klar: 80% des Umsatzes gehen an den Autor? Wie geht das z.B. bei Amazon, wo nur 35 oder 70% überhaupt ausgezahlt werden?

    Was mich daher sehr interessieren würde: warum hast du dich für diesen Anbieter entschieden? Wo ist der Mehrwert für dich als Autor?
    Ich könnte mir vorstellen, dass du mit Amazon und Apple (die du als Autor ja alleine bedienen kannst) doch 90% des Marktes abdecken müsstest, oder?
    Vielleicht hast du ja Lust, hierzu mal einen Artikel zu schreiben, wenn du Zahlen hast (alleine die prozentuale Verteilung wäre schon sehr interessant, wenn du keine absoluten Zahlen nennen möchtest).

    Ich freue mich auf deine Meinung und wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg bei deinen Projekten!
    Viele Grüße
    Felix

  • Daniel

    Hi Felix,

    also die feiyr-Seite ist etwas unübersichtlich, das stimmt. Wenn man etwas sucht, findet man die Preise aber auch schon vor der Anmeldung 😉

    80% des Umsatzes an den Autor bedeutet folgendes: Von dem Geld, was ein Shop von einem verkauften eBook an den Distributor auszahlt, behält feiyr 20% und der Autor bekommt 80%. Im Fall von Amazon, wo wohl auch Distributoren 70% des Nettoverkaufpreises erhalten, wären es am Ende also 80% von den 70%, die der Autor erhält …

    Bei Amazon macht das also nur Sinn, wenn man ein günstiges eBook hat (denn dann werden auch bei Büchern unter 2,68€ 70% Tantiemen gezahlt – und am Ende sind 80% von 70% mehr als 100% von 35%).

    Je nach Erhebung machen Amazon und Apple tatsächlich einen großen Teil des Marktes aus. Aber bei mir verkauft sich ein eBook zum Beispiel besser bei kobo als bei Amazon – ganz so einfach kann man es also nicht sagen. Neobooks hat hier eine Übersicht, wie unterschiedliche Autoren bei unterschiedlichen Shops ganz unterschiedlich verkaufen: http://www.neobooks.com/blog/2013/02/05/bringt-das-was-warum-wir-auf-breite-distribution-setzen/

    Und dann darfst du nicht vergessen: Bei Amazon, kobo und beam kann man seine eBooks mit ein paar Klicks selbst einstellen. Bei iTunes benötigt man nicht nur einen Apple-Computer und eine Kreditkarte sondern auch eine eigene ISBN-Nummer – und die ist auch nicht gerade günstig.

Leave a Comment

Start typing and press Enter to search

UA-10022901-1