Warum eBooks für Selfpublisher doch wichtiger sind als Print-Bücher

Dreitausend. Das ist die Zahl der eBooks, die ich zwischen Mitte Dezember 2011 und Anfang Dezember 2012 verkauft habe. Manch einer erinnert sich vielleicht noch an meinen Artikel vom 5. Mai 2012: Warum ich meinen nächsten selbstverlegten Roman wieder als Print-Buch herausbringe
Damals hatte ich seit Mitte Dezember 2011 in vier Monaten nicht einmal 100 eBooks verkauft. Wie sich deutlich zeigt: Die Tendenz ist seither permanent steigend. Und ich hatte nicht in allen Punkten recht.

trading binary options for fun and profit a guide for speculators Was hat sich seither geändert?

Nun, da ist zum einen die bloße Masse an Titeln, die ich als eBooks anbiete. Damals waren es zwei, mittlerweile sind es neun. In Kürze werden es zehn sein. Ein breites Sortiment hilft natürlich, mehr Bücher zu verkaufen – und ja, Synergie-Effekte zwischen den Büchern sind möglich. Es gibt Leser, die sich nach einem gekauften Buch auch für weitere Titel eines Autors interessieren.

Geändert hat sich seither auch die Spannweite des Preissegments, das ich anbiete. Damals hatte ich nur 0,99 Cent-Bücher, die ja bei kindle direct publishing nur 35 Prozent Tantieme bringen. Nun habe ich Bücher bis 4,89 Euro im Angebot. Dafür gibt es 70 Prozent Autorenhonorar – und das macht sich auf der Honorarabrechnung natürlich bemerkbar.
Überhaupt habe ich den Eindruck, dass die Preisgestaltung im Niedrigpreissegment – was definitiv bis 2,99 Euro, vielleicht sogar schon bis 4,99 Euro reicht – wenig Auswirkung auf die Verkaufszahlen hat. Heißt: Die Theorie, die John Locke vor einem Jahr noch in seinem Bestseller How I Sold 1 Million eBooks in 5 Months (Amazon-Partnerlink) vertreten hat, man solle als unabhängiger Autor seine eBooks für 0,99 Cent anbieten, um einen unschlagbaren Wettbewerbsvorteil gegenüber Verlagstiteln zu haben, ist längst überholt. Ein Preis von 2,99 Euro für einen kompletten Roman ist genauso unschlagbar. Selbst die eBooks von John Locke haben mittlerweile im Preis angezogen.

Eine wesentliche Sache, die ich nach dem 5. Mai zum ersten Mal ausprobiert habe, war die Möglichkeit, kindle-eBooks für ein paar Tage kostenlos anzubieten. Ich war erst skeptisch, aber der Werbeeffekt, der sich einstellte, war nicht zu übersehen. Meine Story-Sammlung Das Leben ist scheiße, aber schön landete nach einer Kostenlos-Aktion beispielsweise auf Platz 60 der Kindle-Charts. Und damit meine ich die Bezahl-Charts.

Warum diese Kostenlos-Aktionen funktionieren oder nicht funktionieren, darüber wird unter Selbstverlegern viel diskutiert. Hundertprozentig lässt es sich nicht beantworten, da sich Amazon nicht wirklich in die Karten blicken lässt, wie dort die Algorithmen funktionieren. Ich erkläre es mir so: Wenn man es schafft, an den kostenlosen Tagen eine möglichst hohe Platzierung zu erhalten, dann scheint es, dass Amazon diese kostenlosen Downloads irgendwie bei der Chartposition anrechnet, wenn das Buch wieder etwas kostet. Nicht eins zu eins natürlich. Wobei dieser Effekt dann auch eher nach zwei Tagen eintritt. Steigt das Buch in den Charts, steigt die Sichtbarkeit und damit die Chance, dass Kunden es kaufen.

Dann gibt es noch eine andere großartige Funktion bei Amazon: „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch …“ Nach einer erfolgreichen Werbeaktion, ist man mit zahlreichen anderen Büchern auf diese Weise verlinkt. Hauptsächlich Bücher, die ebenfalls kostenlos waren. Der größte Synergie-Effekt entsteht hier sicherlich, wenn die Bücher, mit denen man verlinkt ist, aus dem selben Genre kommen und die selben Käufergruppen ansprechen.

Ich habe aber nicht alle meine Bücher kostenlos angeboten. Mein Handbuch Bücher mit Amazons CreateSpace veröffentlichen verkauft sich auch so sehr gut. Und auch hier klappt die Verlinkung zu anderen eBooks aus dem Segment Autorenratgeber bei Amazon seit Monaten wunderbar.
Ein großartiger Mehrwert, wenn man einen Ratgeber als eBook herausbringt, ist natürlich die Möglichkeit, ohne Probleme neue Auflagen zu erstellen und als Leser sogar kostenlos upzudaten, wenn es neue Erkenntnisse und häufig gestellte Fragen der Leser gibt, die man gerne ergänzen möchte.

الخيارات الثنائية استراتيجية Und wie läuft es eigentlich mit den Print-Büchern?

Das ist eine Frage, die mir ziemlich häufig in der letzten Zeit begegnet. Momentan biete ich aus verschiedenen Gründen nur drei meiner selbstverlegten Bücher auch als gedruckte CreateSpace-Bücher an. Teilweise kam die Print-Version erst später auf den Markt. Vergleiche ich aber die Verkaufszahlen dieser drei Bücher in den Zeiträumen, als es die Bücher in beiden Formaten gab, komme ich auf ein Verhältnis von ziemlich exakt 1 zu 4. Print-Bücher zu eBooks. Ich habe also viermal mehr eBooks verkauft pro gedrucktem Buch.
Was heißt das? Es lohnt sich trotzdem, gedruckte Bücher zu veröffentlichen. Aber eher als zusätzliches Geschäft. Für Selbstverleger der Zukunft sehe ich den Fokus klar auf eBooks.

Das eBook-Veröffentlichen bringt viele nicht gekannte Vorteile für Selbstverleger: Der klare Preisvorteil, den wir gegenüber Verlagstiteln anbieten können. Die Möglichkeit, ungewöhnliche Werbeaktionen durchzuführen. Die Möglichkeit, Bücher mit ungewöhnlichem Umfang anzubieten. Die Tatsache, dass es sich bei eBooks immer noch um einen Wachstumsmarkt handelt. Und eventuell eine etwas aufgeschlossenere Haltung der eReader-Besitzer, auch mal etwas Neues – auch neue Autoren – auszuprobieren.

Erst durch die neuen Entwicklungen auf dem eBook-Markt wird Selbstverlag ein ernsthaftes Geschäftsmodell. Es bleibt spannend!

Der Autor
Daniel Morawek, Jahrgang 1981, lebt bei Mannheim und arbeitet als freischaffender Drehbuchautor, Filmemacher und Schriftsteller.
  • Nika Lubitsch

    Was mir gefällt: Dass ein Autor auch mal zugeben kann, dass er sich geirrt hat. Dass sich die Zeiten geändert haben.
    Was mir außerdem gut gefallen hat: Deine Anweisungen, wie man seinen Roman bei create-space hochlädt. Hat geklappt. Danke!

  • Janine Berg-Peer

    Hallo Herr Morawae,

    ich in sehr begeistert von Ihren Büchern und Ihrem Blog. Ich halte es für sehr nützlich für alle EBook-Schreiber oder diejenigen, die es gerne wären, dass Sie Ihre praktischen Erfahrungen so offen zur Verfügung stellen.
    Nach meinen Büchern in großen Verlagen werde ich nun noch vor Weihnachten ein EBook und passend dazu das Print-Buch herauszugeben.
    Ich hoffe, weiter von Ihnen zu hören bzw. zu lesen.
    Grüße
    Janine Berg-Peer

  • Daniel

    Danke Nika Lubitsch,
    danke Frau Berg-Peer!

    Es freut mich natürlich zu hören, dass mein CreateSpace-Ratgeber funktioniert.
    Und klar: Ich werde auch weiterhin aus meiner Autoren- und Selbstverleger-Welt berichten.

    Grüße
    Daniel

  • Michael Meisheit

    Ich hab ja auch schon in der Rezension zu dem Createspace-Buch geschrieben, wie hilfreich ich das Büchlein fand. Passenderweise war Dein Buch das erste, bei dem mein „Soap“ unter „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben“ aufgetaucht ist. Wir haben also eine Schnittmenge an Lesern! : )

    Ob eBook oder Taschenbuch sich mehr lohnt, kann ich noch nicht so genau sagen. Bei mir sind es bisher mehr Taschenbücher, die weggehen, aber es geht ja auch gerade erst los …

  • Olaf Mittelstädt

    Sehr, sehr interessant, was ich in den letzten Minuten durch Ihre Veröffentlichungen und dem Blog erfahren habe. Sehr interessant vor allem deshalb, weil ich selber gerade an der Erstellung eines Magazins arbeite.
    Mein Schwerpunkt liegt in der Weltmusik, und verbindet sich mit einem ganz bestimmten Lesertyp. Genau hier liegt für mich die Crux. Möchte das Zielpublikum lieber hochwertige Printprodukte in der Hand halten, oder ist es auch geneigt am Monitor zu lesen? Wie viele haben ein Tablet oder ähnliche mobile Techniken zur Hand, um auf ein Angebot dieser Art zuzugreifen. Und wenn es dann ein pod-Magazin geben kann, wie hoch ist da die Qualität?
    Nicht zu vergessen: Kann der Autor von der Teilhabe am Deal leben?
    Mich würde noch interessieren, warum Sie das eine oder andere Produkt oder den entsprechenden Vertriebsweg wieder zurückgenommen haben (siehe Kobo)?
    Wird es „Bücher mit Amazons CreateSpace veröffentlichen. Handuch, Tipps und Erfahrungen“ noch mal als pod-Buch geben (zur Zeit sehe ich nur Kindle)?
    Danke für Ihre VÖs

  • Daniel

    Mein Ratgeber “Bücher mit Amazons CreateSpace veröffentlichen” hat bei Kobo keine nennenswerten Verkäufe generiert. Dafür ist die Plattform in Deutschland bisher zu klein. Also habe ich mich bei diesem Buch dazu entschieden es vorübergehend bei Amazon Select anzumelden, um in die kindle-Leihbücherei zu kommen, die in Deutschland mittlerweile sehr gut angenommen wird. Tatsächlich werden momentan deutlich mehr Exemplare bei Amazon verliehen, als bei Kobo verkauft wurden. Das kann sich natürlich ändern, wenn Kobo auch in Deutschland größer wird …

    Als gedrucktes Buch plane ich das Buch momentan nicht herauszugeben. Die Möglichkeit beim kindle-eBook regelmäßig neue Auflagen hochladen zu können, die dann vom Leser kostenlos geladen werden können, ist einfach viel zu spannend. Zumindest beim SACHBUCH. Bei einem Roman oder auch einem Magazin sieht das natürlich wieder anders aus.

    Was ihr Zielpublikum betrifft: Am Monitor will eigentlich niemand gerne lesen. Dafür können eBooks nicht nur auf Readern und Tablets, sondern auch auf Smartphones gelesen werden. Eins dieser drei Geräte findet sich mittlerweile in fast jedem modernen Haushalt. Trotzdem gibt es nach wie vor Zielgruppen, die lieber etwas gedrucktes in der Hand haben – und dafür auch mehr zu zahlen bereit sind. Aber das müssen sie wissen. Und dann gibt es ja auch die Möglichkeit ein Buch oder Magazin parallel als Print- und e-Version zu veröffentlichen …

  • Thomas Rücker

    Sie schreiben das Verhältnis Print zu eBook liegt bei Ihnen bei 1:4.

    Ich bin seit Januar mit meinem Aquaponik Buch bei Createspace online (Print) und mit einer eBook-Version auf KDP. Bei mir liegt das Verhältnis Print zu eBook-Verkäufen bei ca. 2:1 – ich verkaufe also deutlich mehr Print-Versionen als eBook’s!

    Ich denke mir, es ist je nach Zielgruppe (z.B. Alter der Leser) und Buch-Art (bei mir ist es ein Sachbuch und kein Roman) zum Teil auch sehr unterschiedlich. Eine pauschale Aussage „eBook’s laufen besser“ kann ich aber von daher nicht unterschreiben – auch wenn ich es so sehe wie Sie, dass eBook’s klar die Zukunft sind 🙂

    Das mit der kostenlosen Promotion und dem damit verbundenen Aufbau an Querverweisen innerhalb der Amazon-Plattform werde ich mir mal für mein zweites Werk merken. Danke für den Tipp !

    Thomas

  • Kato

    Lieber Daniel,
    kannst du mir einen E-Publishing-Ratgeber empfehlen? Jemand hat mir erzählt, du hättest einen geschrieben, aber das hat er wohl mit dem Ratgeber für Selfpublishing von Print-Büchern verwechelt.
    Danke schön!

  • Daniel M

    Da kenne ich leider auch keinen aktuellen. Hatte damals (2011) das Buch vom Literaturcafe gelesen, aber das ist mit der ganzen Calibre-Software nicht mehr ganz aktuell. Ich selber nutze ja die Software Jutoh, aber da gibt es natürlich auch noch diverse andere Möglichkeiten ein eBook zu erstellen.

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