Hey, hey Wiki
2. April 2006 • Die Kolumne
Im Jahre 2006 n. Chr. gibt es wirklich fantastische Recherchemöglichkeiten für Autoren (ja – das muss man dem Internet wenigstens lassen). So habe ich heute zum Beispiel bei Wikipedia einen Eintrag über das sizilianische Dorf »Cattolica Eraclea« gefunden – eben dieses Städtchen, das mir in meinem Roman für den Ort der Haupthandlung Pate steht. Nun gut – es ist ja nicht so, dass ich nicht bereits dreimal dort gewesen wäre und ebenso oft dort gedreht hätte (z.B. auch die Schluss-Szene von »Los Delinquentes«) aber woher konnte ich ahnen, dass man dort auch in der Steinsalzgewinnung arbeiten kann, oder dass der Namenszusatz »Eraclea« im Ortsnamen an die historische Stadt »Eralcea Minoa« erinnert (so etwas erzählt mir sonst ja keiner)?
Bei weiteren Nachforschungen habe ich dann gesehen, dass Andrea Camilleri aus dem benachbarten »Porto Empedocle« stammt. Auch nicht schlecht. Deswegen heißt der Ort seit April 2003 auch offiziell »Porto Empedocle Vigàta«, nach dem fiktiven Ort »Vigàta« in dem die Romane von Camilleri spielen. Und dabei hat man mir noch im Sommer 2004, als ich dort war, erzählt ich wäre in »Port Empodocle« ohne »Vigàta«, ts ts ts…
Als ich dann noch tiefer in den Dschungel der Autorenbiographien eintauchte, musste ich bemerken, dass Alberto Moravia, den ich immer für einen Nach-Namensvetter hielt (Morivia ist im Lateinischen das selbe, was Morawek anderen Orts ist), mit Geburtsnamen Alberto Pincherle hieß… Na so was!
Aber ich heiße immer noch wirklich so
)
Wie er ausgerechnet auf diesen Nachnamen gekommen kann ich bei Wikipedia leider nicht herausfinden.
Manche Fragen kann eben noch nicht einmal das Internet beantworten.
