Fünf Songs

Auf Facebook habe ich die Challenge absolviert, fünf Tage lang, jeden Tag geile Musik zu posten. Und weil es so schön war, hier noch mal alle Songs im Überblick.

Erster Tag

Zum Beginn lüfte ich gleich mal ein großes Geheimnis aus meiner Autoren-Werkstatt:

Ganze Romane sind entstanden, während einzelne Platten von »Indochine« in Dauerschleife liefen. In Frankreich ist Indochine sowas, wie hier Die Toten Hosen; als Punks gestartet, seit 1981 dabei und heute füllen sie ganze Stadien. Für mich als Mainstream-Indie-Melancholiker bietet die Band genau die richtige Mischung aus Pop und Dark-Wave, aus Kommerz und Punk-Attitüde. Außerdem sind meine Französischkenntnisse so rudimentär, dass ich beim Schreiben nicht allzu sehr von den Texten abgelenkt werde.

Hier die erste Hit-Single aus dem Jahr 1982 »L’aventurier« (in der es übrigens um den Comichelden »Bob Morane« geht) in einer Stadion-Liveversion von 2010.

Zweiter Tag

Kennt ihr das auch … Die Charts sind plötzlich voll von Bands, von denen ihr noch nie gehört habt? Im Rolling-Stone werden jeden Monat hundert neue Bands vorgestellt, von denen ihr euch dank eurer Lebenserfahrung nicht vorstellen könnt, dass in zehn Jahren noch jemand darüber reden wird?Und irgendwie interessiert euch das auf einmal auch alles gar nicht mehr so? Das sind die Momente, in denen bei mir die totale Retro-Flucht einsetzt. In den letzten zwei Jahren habe ich fast nur noch Ska-Platten aus den Sechzigern gehört. Gut, vielleicht noch bis in die frühen Siebziger, wenn es hochkommt.

Und wer ist der einzige zeitgenössische Ska-Musiker, den ein Purist wie ich noch hört? Ein Punkrocker. Tim Armstrong nennt sich mittlerweile Tim Timebomb. Seine Band »Rancid« waren die »Clash« der Neunziger. Er hat Platten für Jimmy Cliff produziert und den Welthit »Trouble« für Pink! geschrieben. Nicht schlecht, für einen ehemaligen obdachlosen Junkie.

Dritter Tag

Diese Liste kommt natürlich nicht ohne SEA + AIR aus, eine Band, wie es sie kein zweites Mal in Deutschland gibt – und sonst auch nicht. Die Single »Follow Me Me« ist Ghost-Pop im besten Sinne.

Vierter Tag

Musik, die einen wirklich berührt, findet man nicht jeden Tag. Nachdem mich die Künstler der ersten drei Tage alle seit über zehn Jahren begleiten, sogar über 20 Jahre in einem Fall, ist es bei dieser Band anders. Die »Augustines« sind bis vor ein paar Wochen an meinem Radar vorbeigeflogen. Großer Fehler. Nachdem ich vier Songs aus dem letzten Album gehört habe, war mir klar, dass hier etwas gehen könnte, was weit über etwas Berieselung während der Arbeit hinausgeht.

Ich hab dann auch gleich nachgesehen, ob die Augustines irgendwann mal nach Deutschland auf Tour gehen. Ja, gingen sie. Nächste Woche. In Mannheim. Krasse Show! Sie sind überhaupt eine der krassesten Live-Bands, weil der Frontmann die ganze Zeit abgeht, als hinge sein Leben davon ab, dass diese eine Show die beste Rock-Show aller Zeiten wird. Irgendwann landet die Band dann mit Akustikgitarren im Publikum und das sieht dann so aus, wie in diesem Video.


Fünfter Tag

Warum ist Blues aus Mannheim so geil? Weil erstens haben die Mannemer von Natur aus den Blues. Und zweitens haben sie auch noch die Sproch.

Hier zu sehen Joy Fleming mit ihrer letzten Single in Dialekt aus dem Jahr 1979. Aber zum Glück kommt ja bald Mannheim – Der Film und da gibt’s dann endlich mal wieder einen richtigen Mannemer-Blues von Tim G. Mayer, Michael Wagner und Friends.

Wir verkaufen keine Bücher. Wir verkaufen Emotionen

BannerBlog
(c) shutterstock.com /g-stockstudio

Warum beauftragen Großverlage für die Cover ihrer Top-Titel komplette externe Werbeagenturen, die sich mit einem gesamten Team an die Gestaltung eines Titels machen? Reicht es nicht, wenn ein ausgebildeter Grafikdesigner sich hinsetzt und etwas entwirft, was dann auch ganz sicher nach allen Regeln der Designkunst gestaltet ist? Klar, das Ergebnis würde sicherlich professionell aussehen. Für die Bücher, die keine Top-Titel im Verlag sind, wird es ja auch täglich so gemacht. Aber reicht allein ein professionell gestaltetes Cover, um Bücher zu verkaufen? Ich behaupte: nein. Ein professionell aussehendes Cover ist gut und weckt sicherlich auch ein gewisses Vertrauen in die Qualität des Inhalts, was schon einmal nicht schlecht ist – aber für eine Kaufentscheidung reicht dies noch nicht.

Ich stelle mal eine noch gewagtere Frage: Was verkaufen wir Autoren und Verlage eigentlich?
Geschichten. Klar.
Eine schöne Zeit. Hmhm.
Wissen. Manchmal.
Bücher … nein. Wir verkaufen den Lesern keine Bücher.
Wir verkaufen Emotionen.

Die Flut der Büchern auf dem Marktest hoch. Warum sollten sich Leser für ein einzelnes Werk aus dieser unüberschaubaren Masse interessieren? Weil der Leser unbedingt ein paar Seiten Papier zwischen zwei Buchdeckeln im Schrank stehen haben will? Oder seinen eBook-Reader mit ein paar Kilobytes füllen will? Der Leser will in entfernte Welten entführt werden, seinen Alltag vergessen. Er will lachen, träumen, sich gruseln. Oder der Leser hat ein Problem, für das er oder sie eine Lösung in einem Sachbuch sucht.

Ein erfolgreiches Buchcover – egal ob Sachbuch oder Roman – muss immer Emotionen beim Betrachter wecken, seine Träume, Wünsche und Ängste ansprechen. Wir haben einen Diät-Ratgeber geschrieben? Dann träumt unsere potentielle Leserschaft sicherlich von der Traumfigur. Es ist also nicht verkehrt einen Menschen mit einer guten Figur aufs Cover zu nehmen. Doch was steckt hinter dem Wunsch nach der Traumfigur? Der Wunsch nach Anerkennung? Danach ein glückliches Leben zu führen? Dann zeigen wir eine glückliche und ausgeglichene Person auf dem Cover – das ist der Wunsch, den unsere Leserschaft hat.

Und was ist der Grund, weshalb ein Leser einen Roman kauft? Will er einen Krimi lesen, dann will er vielleicht in Angst versetzt werden. Oder doch lieber einen lustiger Regio-Krimi? Dann muss das Cover natürlich anders aussehen. Bunt, schrill, urig … denn der Leser will sich in eine bunte Urlaubslandschaft träumen und mal so richtig abschalten. Man sehe sich beispielsweise die Buchcover für eine Rita Falk oder einen Jörg Maurer an.

Wir verkaufen keine Bücher. Wir verkaufen Emotionen.

Wenn die Zielgruppe von einem Cover angesprochen wird, ist es zweitrangig, ob ein Cover professionell aussieht oder etwas dilettantisch. Vielleicht habt Ihr auch schon mal ein Buch in den Amazon-Charts gesehen und Euch gefragt, wie ein Titel mit grobpixeligen, selbstgemalten Blutspritzern auf dem Cover so häufig gekauft wird. Der Schlüssel ist einfach: Das Buch weckt bei genau der richtigen Zielgruppe, genau die richtigen emotionalen Impulse und Versprechungen.

Es ist allerdings auch so, dass sich die Qualität der Buchcover von Selbstverlegern in den letzten Jahren sehr stark verbessert hat. Allen Unkenrufen zum Trotz finden sich fast nur noch Cover in den Charts, die auch professionell wirken. Dementsprechend ist es im zweiten Schritt – nachdem wir unsere Zielgruppe verstanden und eine Idee entwickelt haben, wie wir sie erreichen – sehr wohl eine gute Idee, zu versuchen, die Umsetzung möglichst hochwertig zu gestalten. Denn: Natürlich ist es nicht unwichtig, ein professionelles Cover zu gestalten.

Wir verkaufen keine Bücher. Wir verkaufen Emotionen.

Meine Gedanken zum Thema, zusammen mit zahlreichen Fallbeispielen aus meiner eigenen Cover-Arbeit, habe ich in dem Buch: »Cover, die verkaufen – Worauf es bei professioneller Buchcover-Gestaltung ankommt« zusammengetragen. Es ist das Ergebnis der Seminare, die ich beim Selfpublishing-Day 2014 und 2015 gehalten habe.

Hier kommt ihr zum eBook: amazon.de/gp/product/B013CL307S. Für kurze Zeit ist es zum Einführungspreis von 2,99 € erhältlich.
Das Print-Buch erscheint in den nächsten Tagen – diesmal über bod.de, weil die Abbildungen auch im gedruckten Buch teilweise farbig sind.

CreateSpace Bücher

CreateSpace: So funktioniert Amazons SP-Dienst 2014

CreateSpace vertreibt nun schon seit über zwei Jahren auch im deutschen Amazon-Shop gedruckte Bücher. Viel ist passiert seit ich meinen ersten Erfahrungsbericht über das Erstellen von CreateSpace-Büchern veröffentlicht habe, viele Fragen haben mich erreicht und es gab einige Änderungen. Höchste Zeit eine Übersicht zu bieten, wie CreateSpace im Jahr 2014 funktioniert. Im ersten Abschnitt biete ich eine kurze Zusammenfassung des Bucherstellungsprozesses für Neulinge. Danach gehe ich auf Punkte ein, die sich geändert haben – und die auch langjährige Nutzer interessieren sollten.

Bücher veröffentlichen bei CreateSpace: So einfach geht es

CreateSpace ist immer noch kostenfrei und sehr einfach nutzbar. Hier könnt Ihr Euch kostenlos anmelden. Auf ein bestehendes Amazon-Konto kann man, anders als beim eBook-Dienst kdp, nicht zugreifen.

CreateSpace zahlt mittlerweile monatlich alle eingenommen Tantieme aus – die Auszahlungsgrenze von 10 € wurde aufgehoben. Aber Achtung: Das gilt nur, wenn man ein Bankkonto in Deutschland für die Auszahlung nutzt. In vielen Ländern unterstützt CreateSpace nur die Auszahlung per Scheck – und hier gilt eine Auszahlungsgrenze von 100 €. Das betrifft vor allem deutschsprachige Autoren in Österreich und der Schweiz. Ich kenne Autoren aus unseren Nachbarländern, die sich deshalb ein Girokonto in Deutschland eingerichtet haben.

Hat man die persönlichen Daten und Kontoinformationen, sowie die Steuerinformationen eingetragen (auf letzteres gehe ich unten bei den Neuerungen noch näher ein), kann es auch schon losgehen.

Titeleingabe: Bei der Eingabe von Titeln mit Umlauten muckt die Software. Nach dem Speichern werden diese Buchstaben als Fragezeichen in einer Raute dargestellt. Aber das muss uns nicht beunruhigen: Wir können einfach fortfahren — später bei Amazon wird der Titel wieder richtig dargestellt.

Hat man sich für eines der vorgegebenen Buchformate entschieden, bietet CreateSpace Word-Vorlagen zum Download an. Da die Vorlagen vom Design her eher untypisch für den deutschen Buchmarkt sind, habe ich auf vielfache Nachfrage eine modifizierte Version der Vorlage für das häufigste Format 5×8 Zoll erstellt. Hier könnt Ihr sie laden, Nutzung auf eigene Gefahr ;) Für das Hochladen bei CreateSpace gebe ich den Buchsatz als PDF aus. CreateSpace akzeptiert auch andere Dateiformate – aber nur bei PDF kann man einigermaßen sicher sein, dass am Ende alles dort sitzt, wo es hingehört.

Es ist bei CreateSpace auch möglich eigene Buchformate zu erstellen. Da man dann aber eine komplett eigene Buchvorlage erstellen muss, finde ich es sehr viel einfacher hierfür ein richtiges Layout-Programm wie InDesign zu nutzen. CreateSpace: So funktioniert Amazons SP-Dienst 2014 weiterlesen